MEISTERPRÜFUNGSPROJEKT · PLANUNG UND KONSTRUKTION
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Für die Gaube würde rechnerisch ein 125-mm-Kasten genügen – zu klein für Rollladen und ZIP-Screen zusammen. Deshalb kommt ein Kasten mit 170 × 190 mm aus dem ROMA-XP-System zum Einsatz. Blenden und Führungsschienen sind pulverbeschichtetes Aluminium. Der Insektenschutz sitzt in einem gekanteten Aluminiumkasten (42 × 49,5 mm) unterhalb der Führungen, der zugleich als Auflauf für den Rollladenpanzer dient.
Stranggepresstes Aluminium schied mangels Formen und wegen hoher Werkzeugkosten aus, provisorisch umgebaute Standardteile entsprachen nicht meinem Qualitätsanspruch. Die Sonderbauteile habe ich deshalb in AutoCAD gezeichnet, in Autodesk Inventor modelliert und auf einem Anycubic Kobra S1 aus ASA gedruckt. ASA ist UV-beständig, vergilbt nicht, ist schlagzäh und damit ideal für den Außeneinsatz.
Blendkappen: komplett neu konstruiert, mit zwei Zapfen für Rollladen und Screen. Die Zapfenposition ergibt sich aus den maximalen Wickeldurchmessern beider Behänge.
Einlauftrichter: neu geformt, weil der Panzer im größeren Kasten weiter von der Führungsschiene abwickelt. Eine integrierte Screen-Führung leitet zusätzlich das ZIP-Gewebe sauber ins Inlet.
Konische Walzenkapseln: gleichen den dickeren Reißverschluss beim Aufwickeln aus. Motorseitig mit Nut für die Motorkrone, gegenüber mit Aufnahme für ein 28-mm-Kugellager.
Motorlager: exakt an die Blendkappe angepasst, mit Öffnungen für Zapfen und Motorleitung; die vollflächige Form schützt zugleich das Kabel.
Endkappen für den Insektenschutzkasten: Abschluss und Adapter in einem – sie werden von unten formschlüssig in die Rollladenführungen geschoben.
Akkuhalter: nimmt die beiden Akkus der Antriebe im Kasten auf.
Rollladen: 34-mm-Aluminiumprofile, PU-ausgeschäumt, auf einer SW-40-Achtkantwelle
ZIP-Screen: Gewebe Serge 600 (5 % Öffnungsfaktor) auf einer Rundwelle Ø 50 mm
Insektenschutz: schwarzes, kunststoffummanteltes Glasfasergewebe auf einer Federwelle
Kopplung: Eine eigens angefertigte Endleiste verbindet Screen und Insektenschutz. Die Federwelle hält das Gewebe in jeder Stellung straff und faltenfrei.
Entwässerung: Ablaufbohrungen im unteren Kasten verhindern Stauwasser an der Mechanik.
ZIP-Screen: Somfy Oximo 40 WireFree io, 3 Nm
Rollladen: Somfy Oximo 40 WireFree io, 6 Nm
Sensor: Somfy Sunis WireFree II io (Sonnenwächter, batteriebetrieben)
Bedienung: TaHoma-Smart-Home-Zentrale und Wandsender Smoove als Rückfallebene
Damit beide Behänge in den Kasten passen und die Antriebe richtig dimensioniert sind, habe ich Wickeldurchmesser und Drehmomente berechnet.
D = √( 4 · L · d / π + d_W² )
mit Behanglänge L = 1450 mm (Gaubenhöhe plus Sicherheitswicklungen), Gewebedicke d = 0,75 mm und Wellendurchmesser d_W = 50 mm:
D = √( 4 · 1450 · 0,75 / π + 50² ) = √( 1384,6 + 2500 ) ≈ 62,3 mm
Ergebnis: Der Gewebewickel misst rund 62 mm. Den dickeren Reißverschluss gleicht die konische Walzenkapsel aus. Für die Zapfenposition in der Blendkappe habe ich zur Sicherheit einen Freiraum für 73 mm eingeplant.
Panzer 1,1 m × 1,2 m = 1,32 m² · 3,4 kg/m² = 4,49 kg, plus Endstab 0,5 kg = 4,99 kg
F = 4,99 kg · 9,81 m/s² · 1,15 (Reibungszuschlag) ≈ 56,3 N
M = F · r = 56,3 N · 0,056 m ≈ 3,15 Nm → gewählt: Antrieb mit 6 Nm
Gewebe 0,93 kg + Endleiste 1 kg, zusätzlich ca. 35 N Gegenzug der Federwelle
F = (1,93 kg · 9,81 m/s² + 35 N) · 1,15 ≈ 62,0 N
M = F · r = 62,0 N · 0,0312 m ≈ 1,93 Nm → gewählt: Antrieb mit 3 Nm
Die Reserve von rund 55 % ist bewusst gewählt: Bei Winddruck auf das Gewebe steigt die Reibung im Reißverschluss stark an. Gleichzeitig bleibt der Antrieb nicht überdimensioniert.